Wie viele von euch wissen, fand ja letztes Wochenende die Lake Trophy 2001 am Lipno (Moldaustausee) in Tschechien statt. Berichten der vorangegangenen Tage zufolge, wurden viele und auch schöne Fische (Hecht bis 95cm, Zander bis 85cm) gefangen und das Wetter sollte auch mitspielen – perfekte Bedingungen also!
Donnerstagabend machte ich mich also auf den Weg ins ca. eineinhalb Stunden entfernte Revier. Die meisten Teilnehmer waren schon vor Ort, viele sogar schon seit Tagen, um etwas üben zu können. Meine eigene Jungfräulichkeit am Lipno sollte sich durch meinen Teampartner Andreas Baumgartner etwas ausgleichen – er war schon viele Male zu Besuch und wusste über fängige Stellen und Methoden Bescheid.
Nach einem gemütlichen Frühstück und einführenden Worten sollte es nun also am Freitagmorgen losgehen. Zum Start um neun Uhr machten sich 24 topmotivierte Teams auf den Weg zu den Hotspots. Die Jury, zusammengesetzt aus den beiden Lokalmatadoren Bruno Steiner und Andreas Steidl überwachten die Vorgänge am See und informierten die einzelnen Teams über Zwischenstände und besondere Vorkommnisse. Außerdem wurde die Lake Trophy vom Aufseher-Team des Revieres begleitet.
Kurzum wurde schon am ersten Tag jede Menge Fisch gefangen. Vielen Teams gelang es sogar, jede – der für die Wertung relevanten – Fischarten zu überlisten. Also Barsch, Hecht und Zander. Die Längen der Raubfische wurden addiert und ergaben so den Gesamtpunktestand eines Teams.
Auch Andreas und ich hatten am ersten Tag Glück. Wir konnten einen 53er Zander, einen 45er Hecht und einen 32er Barsch überlisten und übernahmen bei der Zwischenwertung am Ende des ersten Tages sogar die Führung mit einer Gesamtlänge von 130 cm. Doch noch war nicht aller Tage Abend…
Wie die meisten Teilnehmer vermuteten, sollte sich am zweiten Tag der Trophy noch Vieles ändern. Schließlich wurde noch kein größerer Hecht gefangen und einige Teams hatten auch noch keinen Barsch in der Wertung. Es dauerte also nicht lange, bis sich die ersten Erfolgsmeldungen über den See verbreiteten. Es wurde viel spekuliert, aber eines war klar. Unsere Führung war stark gefährdet.
Spätestens, als wir Team Angelforum bei der Landung eines 37er Barsches zusahen, wussten wir, dass uns nur mehr ein ordentlicher Hecht den ersten Platz sichern konnte. Barsch- und Zanderköder wurden in ihre Boxen verbannt und durch Jerkbaits ersetzt. Wir versuchten wirklich alles in unserer Macht stehende, aber es wollte uns einfach nicht gelingen, einen Hecht zu erwischen, der zumindest ein paar Punkte Steigerung brachte.
Dabei sollte es am Ende auch bleiben, was uns dann zumindest noch den elften Platz von 24 einbrachte. Wie schon vermutet, wurden natürlich einige bessere Hechte gefangen und auch das letztendliche Siegerteam konnte seine Führung nur behaupten, weil es in den letzten Atemzügen der Lake Trophy 2011 noch einen Hecht mit 91 cm Länge überlisten konnte. Zu unser aller Erstaunen gelang der Fang des Siegerfisches nicht mit modernen Methoden, sondern mit dem guten alten Blinker. In diesem Fall ein polnisches Handarbeitsmodell.
An den zwei Tagen wurden übrigens rund 250 Fische gefangen. Darunter der größte Hecht mit 91 cm gefangen von Damian Sojka, der größte Zander mit 56 cm gefangen von Mike Hemetsberger und der größte Barsch mit 37 cm gefangen von Thomas Maurer.
Ich gratuliere also dem Siegerteam „Spinningista“ ganz herzlich und freue mich schon aufs nächste Jahr, wenn Bruno Steiner als Startsignal wieder röhrt, wie ein Elch, weil seine Gashupe streikt.
Tight Lines,
Andreas Zachbauer
















